[Spotlight] Whack the Brewdog

Die BBC stellt die Schattenseiten des schottischen Märchens ins Schaufenster

[English Version below]

In ihrer Reihe Disclosure veröffentlichte die BBC am 24.01.2022 eine Dokumentation, die sich über eine Stunde mit schwerwiegenden Anschuldigungen gegen den schottischen Craft Beer-Giganten Brewdog auseinandersetzt.

Ich bin froh, dass endlich jemand den Mut hatte, die nervigen Mythen rund um Brewdog eloquent zu demontieren. Ich habe ihren Ansatz vom ersten Tag an gehasst. Ich konnte einfach nicht glauben, dass „Equitiy for Punks“ eine ernsthafte Aussage inmitten jenes Bereichs im Lebensmittel- und Getränkesektor ist, dem ich mich am meisten verbunden fühle. In meiner Wahrnehmung geht der Größenwahn, der mit solch kühnen PR-Ansätzen für Bier verbunden ist, zwangsläufig mit Selbstüberschätzung, Hysterie und naiver oder gar berechnender Selbstgerechtigkeit einher. Da wundert es mich nicht, wie es zu einem Machtmissbrauch kommen konnte. Ich habe mich eher darüber gewundert, dass fast jede*r in der Bierwelt gewillt gewesen zu sein schien, solche marketinggetriebenen Emporkömmlinge vorbehaltlos in seine*ihre Einflusssphäre aufzunehmen. Sogar einige derjenigen, von denen ich annahm, dass sie eher einen politischeren bzw reflektierteren Ansatz verkörperten. Jede*r sollte sich diese Geschichte jetzt sehr genau anhören, denn sie ist in Bezug auf Ethik, Compliance und Nachhaltigkeit DAS heiße Thema in der Bierbranche.

Und das nur wenige Monate, nachdem Mikkeler (der andere große Akteur in der europäischen Craft Beer-Welt) unter massivem Druck stand, nachdem mehrere ehemalige Mitarbeiter*innen Anschuldigungen über schwerwiegende strukturelle Probleme in der Unternehmenskultur erhoben hatten: https://www.goodbeerhunting.com/…/former-mikkeller….

Hoffen wir alle, dass dies eine Chance für eine sensiblere Craft Beer-Szene in Europa sein kann. Und für das Entstehen von Unternehmen, die nicht nur mit dem Finger auf Missstände in und außerhalb der Szene zeigen, sondern bereit sind, ihr eigenes Handeln genau unter die Lupe zu nehmen!


In their Disclosure series, the BBC released a documentary on Jan. 24, 2022, that spends more than an hour addressing serious allegations against Scottish craft beer giant Brewdog.

I’m glad someone finally had the guts to eloquently disassemble the annoying myths surrounding Brewdog. I hated their approach from day one. I just couldn’t believe that „Equitiy for Punks“ was a serious statement in the midst of that area in the food and beverage sector that I feel most connected to. In my perception, the delusions of grandeur associated with such bold PR first approaches to beer are inevitably accompanied by hubris, hysteria, and naive or even calculating self-righteousness. So I’m not surprised at how abuse of power could occur. I was more surprised that almost everyone in the beer world seemed willing to accept such marketing-driven upstarts into their realm of influence without any reservations. Even some of those who I assumed embodied a more political or reflective approach. Everyone should listen to this story very carefully now, because it is THE hot topic in the beer industry in terms of ethics, compliance and sustainability.

And this comes just a few months after Mikkeler (the other big player in the European craft beer world) came under massive pressure after several former employees* made allegations of serious structural problems in the company’s culture, as Kate Bernot summerized in July 21 on Good Beer Hunting: https://www.goodbeerhunting.com/…/former-mikkeller….

Let’s all hope that this can be an opportunity for a more sensitive craft beer scene in Europe. And for the emergence of companies that not only point the finger at grievances in and outside the scene, but are willing to take a close and serious look at their own actions – not only for marketing purposes…!

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